Salvador Dalí

Salvador Dalí ist wohl einer der bedeutendsten Vertreter des Surrealismus. Er wurde am 11.5.1904 in Figueras bei Gerona geboren, wo er auch am 23.01.1989 starb. Dalí befaßte sich früh mit der Malerei. Er erhielt 1916 seinen ersten Zeichenunterricht. Seine frühen Bilder verarbeiten Einflüsse des Impressionismus und der spanischen Malerei des 19. Jh., seit 1920 auch des italienischen Futurismus. Die für sein späteres Werk so charakteristische glatte Lasurtechnik, die ihm den präzisen Illusionismus der Darstellung ermöglichte, lernte er an der Akademie von S. Fernando in Madrid, wo er seit 1921 studierte. Schon damals befreundete er sich mit dem Schriftsteller Federico Garcia Lorca, dem Filmregisseur Luis Buñuel und einer Gruppe von Anarchisten. Maßgebend für die Bilder der folgenden Zeit war das Vorbild der italienischen Pittura metafisica Giorgio de Chiricos. 1926 wurde Dalí wegen Aufwiegelung der Studenten und ungebührlichen Betragens von der Akademie verwiesen und begab sich bald darauf nach Paris, wo er Picasso und Andre' Breton, dem Haupt der surrealistischen Bewegung, begegnete. Sein vermutlich erstes surrealistisches Gemälde - BLUT IST SÜSSER ALS HONIG - datiert aus dem Jahr 1928. Durch die Vermittlung von Joan Mir6 wurde er schließlich Mitglied der surrealistischen Gruppe. Etwa gleichzeitig drehte er mit Luis Buñuel die beiden surrealistischen Filme ,,Ein Andalusischer Hund" (1929) und ,,Das Goldene Zeitalter" (1931), deren Erstaufführung in Paris einen Skandal auslöste. Die nun breit einsetzende Produktion surrealistischer Bilder zeichnet sich durch die Verbindung von extrem naturalistischer Malweise mit bizzar-irrationaler Thematik aus. Anknüpfend an die surrealistische Methode der ,,écriture automatique", die dem absichtsvollen Schaffen des Künstlers das freie Assoziationsspiel des Unterbewußten entgegensetzt, entwickelt Dalí seine eigene ,,paranoisch-kritische Methode", die er selbst definiert als eine ,,spontane Methode irrationaler Erkenntnis, die auf kritisch interpretatorischer Assoziation von Wahnvorstellungen beruht". Maßgebend für diese Auslotung des Unterbewußten war der Einfluß der Psychoanalyse Sigmund Freuds, den Dalí 1938 persönlich kennenlernte. Die phantastisch-bizarren Gebilde und die absurden Gegenstandskombinationen seiner Bilder sind demnach als Symbole des Unterbewußten zu verstehen und das Malen selbst der Traumarbeit vergleichbar. 1931 entstanden seine berühmten WEICHEN UHREN (DIE BEHARRLICHKEIT DER ERINNERUNG, New York, Museum of Modern Art ) und 1935 die Brennende Giraffe (Basel, Kunstmuseum). Trotz dieser theoretischen Voraussetzung bleibt Dalí jedoch motivisch anderen surrealitischen Malern, wie Max Ernst, Yves Tanguy und Giorgio de Chirico stark verpflichtet. Daneben finden sich auch zahlreiche Entlehnungen aus der älteren Kunstgeschichte, wie z.B. bei Raffael und Vermeer. Wesentliche Elemente seiner Kunst sind die Provokation und der Schock, die auch sein persönliches Verhalten prägten und schließlich zu seinem Ausschluß aus der surrealistischen Bewegung führten. Noch vor dem Zweiten Weltkrieg versuchte Dalí, in den USA Fuß zu fassen und richtete seine Kunst immer stärker auf den kommerziellen Erfolg aus. Seine Neigung zur Selbstinszenierung verwendete er nun häufig zur Imagepflege und vor allem zur Kommerzialisierung und Popularisierung seiner Kunst, Seit den 60er Jahren wurden ihm mehrere repräsentative Ausstellungen zuteil, für die er eigens Bilder anfertigte. Im Jahre 1972 wurde das erste Dalí-Museum in Figueras eröffnet.
 
 

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